Gastspiel |
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Rüdiger Warnstädt: Vom Amtsrichter zum BühnenstarWarnstädts Gerichtsverhandlungen waren ungewöhnlich, seine schriftlichen Urteile sind es ebenfalls. Sie sind in einer Sprache geschrieben, die man verstehen kann, also nicht in dem üblichen Juristendeutsch, das von Warnstädt als Kauderwelsch bezeichnet wird. Hier handelt es sich tatsächlich um originale Urteile. Sie lassen den Zuhörer teilhaben an dem Leben, das da ins Kriminalgericht Moabit hineinschwappt, sie erzählen Geschichten, die häßlich sind und schön, hart und milde, komisch und traurig, ernst und heiter, grausam und lächerlich, oft beides oder vieles zugleich. Schon oft konnte Rüdiger Warnstädt im „Stadttheater Cöpenick“ die Zuschauer begeistern und nun ist es uns gelungen, dass er wieder bei uns gastiert!
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Warnstädt war fünfundzwanzig Jahre Strafrichter beim Amtsgericht Tiergarten im Berliner Kriminalgericht Moabit. In diesen Jahren erwarb er sich den kleinen Ruhm, etwas Besonderes zu sein. Seine Hauptverhandlungen hatten viele Besucher, sie waren nie langweilig und Warnstädt sprach in einer Sprache, die jeder verstehen konnte. Über seine Hauptverhandlungen gibt es daher zahllose Berichte in Zeitungen und Zeitschriften, seine Verhandlungsführung ist vielfacher Betrachtung unterzogen worden. |
Karten an allen Theaterkassen oder |
Jens Anker bezeichnet Warnstädt in der "Berliner Morgenpost" zum ersten Mal als Kultfigur der Berliner Justiz und in derselben Zeitung schreibt Patrick Goldstein: Warnstädt spricht recht ungewöhnlich Recht, mal gibt er den Gentleman, mal den kecken Scherzbold, am liebsten vor Publikum und doch stets im Sinne seiner obersten Chefin Justitia. Renate Rauch nennt im „Magazin“ der „Berliner Zeitung“ seine Verhandlungen Inszenierungen von Schuld und Sühne und spielt damit auf seine Theaterleidenschaft an, die er selbst als unverzichtbaren Bestandteil seines Lebens und seiner Arbeit ansieht. Jutta Voigt widmet ihm in „Die Woche“ eine ganze Seite und schreibt darin: Warnstädt wehrt sich gegen die Routine mit bühnenreifen Auftritten, er benutzt Lustigkeit als Notwehr, spricht Recht im Namen des Volkes und in dessen Sprache. In der „Zeit“ nennt sie ihn einen Mimen und einen Richter, wie es ihn kein zweites Mal gibt. Als Warnstädt im Januar 2003 nach fünfunddreißig juristischen Arbeitsjahren, davon die letzten fünfundzwanzig Jahre ununterbrochen auf immer demselben Holzstuhl im immer demselben Saal 672 des Kriminalgerichts Moabit als Strafrichter wirkend, aus dem Dienst scheidet, schreibt Katja Füchsel im „Tagesspiegel“: Ein ungekrönter König dankt ab und schreibt Sabine Deckwerth in der "Berliner Zeitung": Der königliche Amtsrichter geht in Pension. . |
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